Warum der Mensch keine Dät braucht

Eine amerikanische Studie von 2012 besagt, dass 80 % der Frauen und 65 % der Männer in den USA eine Diät machen. Wow, das ist überwältigend.

 

Ich will gar darüber spekulieren, ob und warum es für diese Menschen nötig ist, Diät zu halten, denn dieses Phänomen gibt es rund um den Globus seit Jahrzehnten. Gefühlt tritt jeden Monat eine neue „super effektive" Diät auf den Plan, nur um dann wieder im Nichts zu verschwinden oder dem nächsten Hype Platz zu machen. Warum ist das so? Warum noch eine Super-Diät, wenn die unzähligen Vorgänger doch schon so einen fantastischen Job abgeliefert haben? Von Zeit zu Zeit gibt es sogar die richtig großen Brummer, die ihre Erfinder stinkreich machen. Wer erinnert sich noch an die Atkins-Diät? Ahämmm....

 

Nun, den Satz „Diäten funktionieren nicht" hat mittlerweile schon jeder einmal gehört, sich anscheinend aber nur wenig Gedanken dazu gemacht. Es ist allerdings viel mehr als nur eine Floskel, es ist ein Fakt. Diäten können nicht funktionieren, weil sie auf keinem soliden Fundament stehen. Ihre wackelige Grundlage sind zum einen die enorme Fixierung auf Kalorien und zum anderen der Entzug.

 

Seit Jahren bzw. Jahrzehnten wird uns gesagt, du musst weniger Kalorien zu dir nehmen als du verbrauchst, um Gewicht loszuwerden. So weit erstmal nicht falsch und rein rechnerisch absolut logisch. Also haben die Menschen angefangen, Kalorien zu zählen, in der Hoffnung, ihre gefüllten Fettzellen wieder leeren zu können. Ein sinnloses Unterfangen. Sinnlos zu einen deshalb, weil dies eine kurzfristige und zeitmeist radikale Maßnahme ist, die mit einer Rechnung kommt. Es ist wie ein Kredit, den wir bei unserem Körper aufnehmen und für den wir Zinsen zahlen müssen. Diese Zinsen beschreibt der Jojo-Effekt und sie werden in Form von extra Pfunden über das Ausgangsgewicht hinaus eingefordert.

 

Die zweite, nicht haltbare Grundlage von Diäten ist der Entzug oder Ausschluß eines unserer drei Hauptnährstoffe (Kohlenhydrate, Protein, Fett). Der moderne Mensch hat in der freien Natur keine Fressfeinde und muss seit der Erfindung von Waffen nur noch sich selbst fürchten. Wir suchen uns also Feinde auf anderen Gebieten. Wenn es um die Nahrung geht, gibt es hier immer mal wieder einen Wechsel, wenn die Wissenschaft eine Theorie ad absurdum geführt hat. In den 80er und 90er Jahren war Fett unser Lieblingsfeind. Auf der ganzen Welt tauchten fettarme und sogar fettfreie Produkte auf und wir sind der Nahrungsmittelindustrie lange auf den Leim gegangen. So lange, bis 1) wir trotzdem immer dicker wurden und 2) einige Menschen hinterfragt haben, was das Fett denn ersetzt hat. Und hier liegt der Hase im Pfeffer begraben: Ein fettreduziertes Produkt verliert nicht nur einen Makronährstoff, den der Körper zur Produktion von Hormonen und zur Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen braucht, nein, die Lücke muss auch irgendwie gefüllt werden. Hier kommen die Chemiker ins Spiel. Zum größten Teil werden im Labor hergestellte, einfache Kohlenhydrate (wie Zucker) als Ersatz für das Fett verwandt...ein ganz schlechter Tausch. Noch schlimmer sah und sieht es bei süß schmeckenden Lebensmitteln aus. Bühne frei für künstliche Süßstoffe wie Aspartam:  der Inhaltsstoff in Diät-Limonaden und in hohem Maße gesundheitsschädlich. So sehr, dass er in Teilen der Welt mittlerweile verboten ist. Und hier kommt das ganze Ausmaß der Katastrophe: Wenn wir Diät-Cola mit Aspartam trinken, überschwemmen wir unseren Körper mit einem Suchtmittel, das verheerende Folge für unsere Gesundheit hat. Aspartam macht süchtig und gleichzeitig dumm. Was? Dieser künstliche Süßstoff (und andere übrigens auch) tötet Gehirnzellen. Aber bevor er seinen enormen Schaden anrichtet, beschert er diesen Zellen eine Art Henkersmahlzeit. Das heißt, die Chemikalie bewirkt in den Zellen eine Art „High", was für ein Glücksgefühl und die suchterzeugende Wirkung solcher Getränke verantwortlich ist. Leider finden diese Zellen nach ihrer Party den Tod.

 

Im Angesicht von immer weiter steigenden Diabetis- und Obesity-Statistiken ist es sicherlich gewagt, von Diäten abzuraten. Aber Moment, sich gegen Diät auszusprechen, ist nicht gleichbedeutend mit der Befürwortung von Übergewicht.

 

Wir müssen von dem Verzicht und der Subtraktion in die andere Richtigung blicken und uns überlegen, was wir hinzufügen können. Addition statt Subtraktion? Mehr statt weniger?

 

Wenn der Körper eine lange Zeit mit verarbeiteten, ungesunden und dickmachenden Produkten gefüttert wurde - also mit „Nahrungs-ähnlichen" Dingen -, funktioniert die Holzhammer-Methode einfach nicht. Stattdessen muss wieder echte Nahrung in den Alltag eingeführt werden. Das heißt natürlich nicht-verarbeitete Lebensmittel, die kein Etikett brauchen und keine unaussprechlichen Inhaltsstoffe aufweisen.

 

Die Einführung von natürlichem Essen - an vorderster Front Gemüse - hat mehrere Vorteile. Zum einen hat der Körper die Chance zum Entgiften und die toxischen Rückstände der chemisch veränderten Nahrung loszuwerden. Zum anderen erhält der Körper viele wichtige Mikronährstoffe (Vitamine, Spurenelemente, Phytonährstoffe), die in verarbeiteter Nahrung kaum noch vorhanden sind (oder künstlich zugesetzt wird) und die aus unseren Zellen wieder gesunde Kraftwerke machen. Ein weiterer Effekt ist ein gesteigertes Wohlbefinden, das langfristig zu einer gesunden Auswahl beim Essen führt. Sind diese gesunden Optionen erst einmal in die Ernährung eingeführt und konnten ihre Magie entfalten, ersetzen sie nach und nach die Fertigprodukte, die uns dick, krank und unglücklich machen.

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